Ein Brotbackautomat nimmt dir viele Arbeitsschritte ab. Trotzdem gelingt nicht jeder Teig nach demselben Schema. Besonders bei Vollkornmehl, Roggenmehl, glutenfreien Mischungen oder sehr feuchten Teigen gelten andere Regeln als bei einem klassischen Weizenbrot. Die Zutaten nehmen Wasser unterschiedlich auf. Manche Teige brauchen eine längere Quellzeit. Andere entwickeln nur wenig Kleber und können deshalb nicht so stark aufgehen. Auch die Wahl des Programms, die Reihenfolge der Zutaten und die Teigmenge beeinflussen das Ergebnis.
Typische Probleme sind ein kompakter Laib, eine klebrige Krume oder ein Brot, das in der Mitte einsinkt. Bei Roggenteig kann ein zu langes Kneten sogar nachteilig sein. Vollkornteig benötigt dagegen oft mehr Flüssigkeit und Ruhe. Der Brotbackautomat muss also passend zur jeweiligen Teigart eingestellt werden. Genau darin liegt der Nutzen dieses Ratgebers. Du erfährst, worauf es bei verschiedenen Mehlen ankommt und wie du Wasser, Hefe, Sauerteig und Backprogramm sinnvoll abstimmst. Mit den richtigen Anpassungen kannst du auch anspruchsvollere Teige zuverlässig im Automaten backen und das Ergebnis gezielt verbessern.
Backparameter für Vollkorn, Roggen und spezielle Teige im Vergleich
Jede Teigart stellt andere Anforderungen an den Brotbackautomaten. Weizenmehl bildet durch sein Klebereiweiß ein stabiles Teiggerüst. Vollkornmehl enthält dagegen mehr Schalenbestandteile. Diese binden Wasser und können die Entwicklung des Klebers bremsen. Roggenmehl verhält sich noch einmal anders. Es entwickelt kein vergleichbares Klebergerüst und braucht für eine gute Krume ausreichend Säure. Deshalb sind bei Roggenbroten kurze Knetphasen und ein passendes Ruheprogramm meist sinnvoller als intensives Kneten.
Die folgenden Werte dienen als Orientierung. Die tatsächlichen Einstellungen hängen vom Mehl, der Teigmenge und dem jeweiligen Gerät ab. Bei vielen Brotbackautomaten lässt sich die Temperatur nicht direkt einstellen. In diesem Fall wählst du ein Programm mit der passenden Dauer und Krustenstufe. Die Flüssigkeitsmenge sollte außerdem nicht blind übernommen werden. Prüfe den Teig während der ersten Knetphase und korrigiere ihn bei Bedarf mit etwas Wasser oder Mehl.
| Teigart | Flüssigkeit bezogen auf 500 g Mehl | Geeignetes Programm | Backzeit und Temperatur | Wichtige Hinweise |
|---|---|---|---|---|
| Vollkornteig | Etwa 350 bis 400 ml | Vollkorn oder normales Basisprogramm mit längerer Gehzeit | Etwa 60 bis 75 Minuten Backen bei rund 180 bis 200 °C | Quellzeit einplanen. Der Teig darf zunächst weich wirken. |
| Roggenteig | Etwa 375 bis 450 ml | Roggen-, Vollkorn- oder Sauerteigprogramm | Etwa 65 bis 85 Minuten Backen bei rund 180 bis 200 °C | Nur kurz mischen oder kneten. Säure verbessert Stand und Krume. |
| Dinkelteig | Etwa 325 bis 375 ml | Basisprogramm mit kurzer Knetphase | Etwa 50 bis 65 Minuten Backen bei rund 175 bis 195 °C | Nicht überkneten. Eine zu lange Knetzeit macht den Teig instabil. |
| Glutenfreier Teig | Etwa 400 bis 500 ml | Glutenfrei oder ein Programm ohne lange Knet- und Gehphasen | Etwa 60 bis 80 Minuten Backen bei rund 180 bis 200 °C | Die Masse bleibt eher breiig. Nach dem Mischen nicht erneut kneten. |
| Süßer Hefeteig | Etwa 250 bis 325 ml plus Ei oder Butter | Süßbrot, Brioche oder Basisprogramm mit niedriger Krustenstufe | Etwa 45 bis 65 Minuten Backen bei rund 165 bis 185 °C | Zucker und Fett verlangsamen die Hefe. Eine helle Kruste verhindert zu starke Bräunung. |
Vollkornteig braucht Zeit und ausreichend Wasser
Vollkornmehl nimmt deutlich mehr Wasser auf als helles Mehl. Verantwortlich dafür sind vor allem die Randschichten des Korns. Gibst du zu wenig Flüssigkeit hinzu, wird der Teig fest und das Brot bleibt kompakt. Eine Quellzeit von etwa 20 bis 30 Minuten kann helfen. Manche Geräte bieten dafür ein Vollkornprogramm mit einer längeren Vorbereitungsphase. Falls dein Automat diese Funktion nicht besitzt, kannst du Mehl und Flüssigkeit zunächst vermischen und die Mischung kurz ruhen lassen. Danach gibst du Hefe und die übrigen Zutaten hinzu.
Die Backzeit darf bei einem schweren Vollkornbrot etwas länger sein. Prüfe das Brot nach dem Programmende vorsichtig. Die Kruste sollte fest sein. Die Krume darf nicht mehr feucht oder klebrig wirken. Lasse das Brot vollständig auskühlen, bevor du es anschneidest. Gerade Vollkornbrote setzen ihre Krume während dieser Zeit noch weiter.
Roggenteig wird nicht wie Weizenteig geknetet
Roggenteig bleibt selbst bei richtiger Flüssigkeitsmenge klebrig. Das ist kein Zeichen dafür, dass du automatisch mehr Mehl zugeben solltest. Roggen bildet kein stabiles Klebergerüst. Seine Struktur entsteht vor allem durch die Verbindung von Stärke, Wasser und Säure. Verwende deshalb möglichst Sauerteig oder eine andere Säuerung, wenn der Roggenanteil hoch ist. Das verbessert die Backfähigkeit und verhindert eine feuchte, instabile Krume.
Stelle bei einem reinen Roggenteig keine lange Knetphase ein. Ein kurzes Mischen reicht in der Regel aus. Glätte die Oberfläche nach dem Mischen bei Bedarf mit einem angefeuchteten Teigschaber. Während der Gare sollte der Teig nicht zu lange stehen. Übergare führt schnell dazu, dass das Brot nach dem Backen einfällt. Eine dunkle Kruste und eine längere Backzeit sind bei Roggenbroten oft sinnvoll.
Dinkelteig vorsichtig behandeln
Dinkel kann viel Wasser aufnehmen. Sein Teiggerüst ist jedoch empfindlicher als das von Weizen. Eine lange oder intensive Knetphase kann den Teig überfordern. Wähle deshalb ein Programm mit kürzerem Kneten. Beobachte die Masse in den ersten Minuten. Sie sollte weich und elastisch sein, aber nicht flüssig wirken. Bei Bedarf ergänzt du Wasser portionsweise. Nach dem Backen solltest du auch Dinkelbrot erst vollständig auskühlen lassen.
Glutenfreie Teige benötigen eine andere Struktur
Glutenfreie Mischungen aus Reis, Mais, Buchweizen oder Hirse bilden kein Klebergerüst. Der Teig ähnelt daher oft eher einem dicken Rührteig als einem klassischen Brotteig. Ein langes Kneten bringt keinen Vorteil. Wähle ein glutenfreies Programm oder ein Programm mit kurzer Mischphase und nur einer Gehzeit. Die Masse sollte feucht und glatt sein. Zu wenig Flüssigkeit ergibt ein trockenes, bröseliges Brot.
Verwende bei glutenfreien Rezepten nur Zutaten, die ausdrücklich als glutenfrei gekennzeichnet sind. Dazu zählen auch Backpulver, Gewürzmischungen und Haferprodukte. Nach dem Backen braucht das Brot ausreichend Zeit zum Auskühlen. Die Krume wird erst dann stabil.
Fazit: Programm und Flüssigkeit an den Teig anpassen
Vollkorn- und Roggenteige brauchen meist mehr Flüssigkeit und eine längere Reifezeit. Dinkelteig profitiert von vorsichtigem Kneten. Glutenfreie Teige kommen mit kurzen Mischphasen aus. Kontrolliere den Teig während des ersten Knetens und orientiere dich nicht nur an festen Mengenangaben. So kannst du Backzeit, Feuchtigkeit und Programm besser auf dein Mehl und deinen Brotbackautomaten abstimmen.
Welche Teigart und Einstellung passt zu deinem Brotbackautomaten?
Welches Mehl möchtest du hauptsächlich verwenden?
Bei hellem Weizenmehl kannst du meist das Standardprogramm wählen. Dieser Teig entwickelt ein stabiles Klebergerüst und kommt mit einer normalen Knet- und Gehzeit gut zurecht. Enthält dein Rezept viel Vollkornmehl, solltest du ein Vollkornprogramm bevorzugen. Falls dein Gerät kein solches Programm besitzt, hilft eine längere Quellzeit. Vermische Mehl und Flüssigkeit zunächst und lasse die Mischung etwa 20 Minuten ruhen. Danach gibst du die übrigen Zutaten hinzu.
Bei einem hohen Roggenanteil ist ein Roggen- oder Sauerteigprogramm sinnvoll. Verwende möglichst eine ausreichende Säuerung und erwarte keinen elastischen, glatten Teig wie bei Weizenbrot. Die Masse bleibt klebrig. Das ist bei Roggen normal.
Wie verhält sich der Teig während des Knetens?
Prüfe den Teig in den ersten zehn Minuten. Ist er trocken, bröselig oder bleiben Mehlnester am Rand liegen, gib esslöffelweise Flüssigkeit hinzu. Wirkt er dagegen sehr flüssig und bildet keine zusammenhängende Masse, kannst du vorsichtig etwas Mehl ergänzen. Warte nach jeder kleinen Änderung kurz ab. Vollkornmehl bindet Wasser oft verzögert.
Bei Roggen- und glutenfreien Teigen ist eine klebrige oder breiige Konsistenz kein Fehler. Diese Teige solltest du nicht durch zusätzliches Mehl fest machen. Eine zu lange Knetphase bringt ebenfalls keinen Vorteil. Wähle bei empfindlichen Teigen ein Programm mit kurzer Mischzeit.
Brauchst du eine besondere Einstellung?
Wenn dein Brot häufig zu dunkel wird, stelle die Krustenfarbe auf hell oder reduziere die Backzeit, sofern dein Gerät das erlaubt. Süße Teige mit Zucker, Milch oder Ei bräunen besonders schnell. Bei schweren Vollkorn- und Roggenbroten ist dagegen eine längere Backzeit oft hilfreich. Lässt sich die Temperatur nicht verändern, wählst du ein passendes Spezialprogramm und lässt das Brot anschließend vollständig auskühlen.
Als einfache Empfehlung gilt: Nutze für Weizenbrot das Standardprogramm, für Vollkornbrot das Vollkornprogramm und für hohe Roggenanteile ein Roggen- oder Sauerteigprogramm. Kontrolliere immer die Teigkonsistenz und korrigiere Flüssigkeit nur in kleinen Schritten. So findest du auch dann eine passende Einstellung, wenn die Herstellerangaben nicht genau zu deinem Rezept passen.
Vollkorn und Roggen im Alltag richtig einsetzen
Das schnelle Frühstück mit Vollkornbrot
Du möchtest am Abend noch ein Brot für das Frühstück vorbereiten. Im Vorratsschrank steht Vollkornmehl, also gibst du die Zutaten nach Rezept in den Brotbackautomaten und startest das Standardprogramm. Am nächsten Morgen ist die Kruste zwar dunkel und fest, die Krume aber ungewöhnlich kompakt. Der Grund liegt meist nicht am Gerät. Vollkornmehl bindet mehr Wasser als helles Mehl. Außerdem benötigen die Schalenbestandteile Zeit, um vollständig zu quellen.
Beim nächsten Versuch verwendest du das Vollkornprogramm oder planst eine kurze Quellzeit ein. Mehl und Flüssigkeit ruhen zunächst, bevor Hefe und Salz dazukommen. Der Teig wird dadurch gleichmäßiger. Das Brot geht besser auf und lässt sich nach dem Auskühlen leichter schneiden. Besonders praktisch ist diese Vorgehensweise, wenn du regelmäßig ein sättigendes Pausenbrot vorbereiten möchtest.
Der Roggenlaib für das Wochenende
Am Samstag soll ein kräftiges Roggenbrot auf den Tisch kommen. Während des Knetens stellst du fest, dass der Teig klebt und nicht wie ein elastischer Weizenteig aussieht. Du gibst deshalb zusätzlich Mehl hinzu. Nach dem Backen wirkt das Brot trocken an den Rändern und bleibt in der Mitte trotzdem feucht. Bei Roggen ist eine klebrige Konsistenz jedoch normal. Mehr Mehl löst das Problem nicht automatisch.
Roggenteig braucht vor allem ausreichend Flüssigkeit und eine passende Säuerung. Ein Sauerteig oder ein Roggenprogramm unterstützt die Entwicklung der Krume. Eine lange Knetphase ist dagegen nicht nötig. Du kannst die Oberfläche nach dem Mischen mit einem feuchten Teigschaber glätten. Das spart Zeit und verhindert, dass du den Teig durch unnötiges Nachkneten belastest. Das fertige Brot sollte vollständig auskühlen. Erst dann hat die Krume ihre endgültige Festigkeit erreicht.
Wenn das Brot für die ganze Familie reichen soll
Bei einem Familienbrot ist die Versuchung groß, die maximale Teigmenge des Automaten auszunutzen. Bei schweren Vollkorn- oder Roggenteigen kann das jedoch problematisch sein. Die Masse geht langsamer auf und wird beim Backen stärker belastet. Ist die Backform zu voll, bleibt das Brot innen möglicherweise feucht oder fällt nach dem Ende der Gehzeit zusammen.
Prüfe deshalb die maximale Mehl- und Teigmenge in der Anleitung deines Geräts. Reduziere das Rezept, wenn der Teig besonders schwer ist. Eine kleinere Menge wird gleichmäßiger geknetet und durchgebacken. Der Nachteil ist, dass du eventuell zwei Backvorgänge einplanen musst. Dafür erhältst du verlässlichere Ergebnisse und kannst einen Laib direkt einfrieren.
Backen mit wenig Zeit
Wenn es morgens schnell gehen muss, wirkt ein Schnellprogramm zunächst praktisch. Für Vollkorn- und Roggenteige ist es aber nicht immer die beste Wahl. Ihnen fehlt bei einer kurzen Programmzeit oft die Gelegenheit zum Quellen und Aufgehen. Das Brot wird dann kompakt und kann eine feuchte Krume haben.
Plane bei diesen Teigen lieber etwas Vorlauf ein. Mit einer Zeitvorwahl kannst du das Brot am Abend ansetzen, sofern das Rezept und die Zutaten dafür geeignet sind. Milchprodukte, Eier oder andere empfindliche Zutaten solltest du nicht über viele Stunden ungekühlt im Gerät lassen. Für einfache Rezepte mit Wasser, Mehl, Salz und Trockenhefe kann die Zeitvorwahl dagegen eine praktische Lösung sein.
Die besondere Behandlung lohnt sich immer dann, wenn Mehl viel Wasser bindet oder kein stabiles Klebergerüst bildet. Vollkorn profitiert von Quellzeit und zusätzlicher Flüssigkeit. Roggen braucht eine passende Säuerung und nur kurze Knetphasen. Diese Anpassungen kosten im Alltag wenig, verhindern aber kompakte oder feuchte Brote. Gleichzeitig kannst du den Geschmack, die Sättigung und die Haltbarkeit deiner Brote besser an deine Gewohnheiten anpassen.
Häufige Fragen zu speziellen Teigen im Brotbackautomaten
Welches Programm eignet sich für Vollkornbrot?
Für Vollkornbrot ist ein spezielles Vollkornprogramm meist die beste Wahl. Es bietet häufig eine längere Quell- oder Gehzeit, damit die Randschichten des Mehls ausreichend Wasser aufnehmen. Gibt es kein Vollkornprogramm, kannst du das Standardprogramm verwenden und Mehl und Flüssigkeit vorab etwa 20 Minuten quellen lassen. Kontrolliere den Teig während des Knetens und gib bei Bedarf vorsichtig etwas Wasser hinzu.
Warum bleibt Roggenteig im Brotbackautomaten klebrig?
Roggenteig bleibt grundsätzlich klebriger als Weizenteig. Roggen bildet kein stabiles Klebergerüst, das für eine elastische und trockene Teigkonsistenz sorgt. Bei einem hohen Roggenanteil solltest du den Teig deshalb nicht mit größeren Mengen Mehl nachträglich fester machen. Eine ausreichende Säuerung und die richtige Flüssigkeitsmenge sind wichtiger als ein glatter Teig.
Benötigt spezieller Teig einen Vorteig?
Ein Vorteig oder Sauerteig kann bei Vollkorn- und Roggenbrot sinnvoll sein. Er verbessert das Aroma und unterstützt bei Roggen die Ausbildung einer stabilen Krume. Bei einem einfachen Vollkornbrot ist ein Vorteig jedoch nicht zwingend erforderlich, wenn das Rezept eine ausreichende Quellzeit vorsieht. Verwende bei einem Vorteig weniger Hefe im Hauptteig und halte dich an die Ruhezeiten des Rezepts.
Wie lange müssen Vollkorn- und Roggenbrote backen?
Schwere Vollkorn- und Roggenbrote benötigen häufig eine längere Backzeit als helle Weizenbrote. Als Orientierung gelten je nach Brotgröße etwa 60 bis 85 Minuten Backzeit. Entscheidend ist, dass die Krume nach dem Backen nicht mehr feucht oder klebrig wirkt. Lasse das Brot vollständig auskühlen, bevor du es anschneidest, da es während dieser Zeit noch nachfestigt.
Wie viel Flüssigkeit braucht ein spezieller Teig?
Vollkorn- und Roggenmehl benötigen meist mehr Flüssigkeit als helles Weizenmehl. Bei 500 Gramm Mehl können je nach Rezept etwa 350 bis 450 Milliliter Flüssigkeit erforderlich sein. Die genaue Menge hängt von der Mehlsorte, dem Mahlgrad und weiteren Zutaten ab. Gib Wasser am besten portionsweise hinzu und warte kurz, weil Vollkornmehl die Flüssigkeit oft verzögert bindet.
Die Grundlagen spezieller Teige im Brotbackautomaten
Warum Vollkornteig mehr Flüssigkeit braucht
Vollkornmehl enthält neben dem Mehlkörper auch Schalen und Keimlinge. Diese Bestandteile liefern viele Ballaststoffe, nehmen aber deutlich mehr Wasser auf als helles Mehl. Deshalb wirkt ein Vollkornteig anfangs oft weicher oder ungleichmäßig. Nach einer Ruhezeit bindet er die Flüssigkeit besser. Verwendest du zu wenig Wasser, wird das Brot schnell kompakt und trocken.
Die Schalenbestandteile können außerdem die Kleberbildung bremsen. Das Teiggerüst wird dadurch weniger dehnbar. Ein Vollkornprogramm mit längerer Quell- und Gehzeit ist daher oft sinnvoll. Besitzt dein Brotbackautomat kein solches Programm, kannst du Mehl und Flüssigkeit vorab mischen und etwa 20 bis 30 Minuten ruhen lassen.
Was bei Roggenteig anders ist
Roggenmehl bildet kein Klebergerüst wie Weizenmehl. Die Struktur des Brotes entsteht vor allem durch Stärke, Wasser und Säure. Ein Roggenteig bleibt deshalb meist klebrig und lässt sich nicht zu einer glatten, elastischen Teigkugel kneten. Das ist kein Fehler. Zu viel zusätzliches Mehl kann das fertige Brot sogar trocken machen.
Bei einem hohen Roggenanteil ist eine ausreichende Säuerung besonders wichtig. Sauerteig verbessert den Geschmack und unterstützt eine stabile Krume. Außerdem verhindert die Säure, dass das Brot innen feucht und schmierig bleibt. Im Brotbackautomaten genügt bei Roggenteig meist eine kurze Misch- oder Knetphase. Eine lange Teigbearbeitung bringt keinen vergleichbaren Vorteil wie bei Weizenteig.
Die Bedeutung der Teigruhe
Während der Teigruhe nimmt das Mehl Wasser auf. Die Hefe beginnt zu arbeiten und bildet Kohlenstoffdioxid. Dieses Gas lockert den Teig und lässt das Brot aufgehen. Bei Vollkornteig sorgt die Ruhe zusätzlich dafür, dass die groben Bestandteile weicher werden. Wird die Gehzeit zu kurz gewählt, bleibt das Brot häufig klein und kompakt.
Eine zu lange Ruhezeit kann jedoch ebenfalls Probleme verursachen. Der Teig kann übergären und fällt dann während des Backens oder kurz danach zusammen. Besonders bei Roggen und schweren Vollkornmischungen solltest du deshalb auf ein passendes Programm und die richtige Teigmenge achten.
Vorteig und Sauerteig richtig einordnen
Ein Vorteig besteht meist aus einem Teil des Mehls, Flüssigkeit und einer kleinen Menge Hefe. Er ruht vor der eigentlichen Teigbereitung und entwickelt dabei mehr Aroma. Sauerteig enthält zusätzlich Milchsäurebakterien und Hefen. Er ist bei Roggenbroten besonders nützlich, kann aber auch Vollkornbrot geschmacklich und strukturell verbessern.
Plane die Menge des Vorteigs immer in das gesamte Rezept ein. Mehl und Wasser aus dem Vorteig zählen zur Gesamtmenge. Wird das nicht berücksichtigt, wird der Hauptteig schnell zu weich. Mit einem Vorteig verlängert sich die Zubereitung zwar, dafür erhältst du oft ein aromatischeres Brot mit besserer Krume und längerer Frische.
Häufige Fehler bei speziellen Teigen im Brotbackautomaten
Zu wenig Flüssigkeit bei Vollkornteig
Vollkornmehl bindet mehr Wasser als helles Mehl. Verwendest du dieselbe Flüssigkeitsmenge wie bei einem Weizenbrot, wird der Teig oft fest und das Brot bleibt kompakt. Gib die Flüssigkeit nach Rezept zunächst vollständig in die Backform. Kontrolliere den Teig während der ersten Knetphase und ergänze bei Bedarf esslöffelweise Wasser. Warte nach jeder Zugabe kurz ab, weil Vollkornmehl das Wasser verzögert aufnimmt.
Zu viel Mehl bei klebrigem Roggenteig
Roggenteig ist normalerweise klebriger als Weizenteig. Viele versuchen, ihn durch zusätzliches Mehl trocken und elastisch zu machen. Dadurch kann das fertige Brot dicht und trocken werden. Bei hohem Roggenanteil darf die Masse weich und klebrig bleiben. Glätte die Oberfläche bei Bedarf mit einem feuchten Teigschaber und achte stattdessen auf eine passende Säuerung.
Das falsche Programm für schwere Teige
Ein Schnellprogramm bietet bei Vollkorn- und Roggenteig oft zu wenig Zeit zum Quellen und Aufgehen. Das Brot kann dadurch klein bleiben oder eine feuchte Krume entwickeln. Wähle möglichst das Vollkorn-, Roggen- oder Sauerteigprogramm deines Geräts. Gibt es kein passendes Spezialprogramm, eignet sich häufig das Standardprogramm mit längerer Gehzeit besser als ein Kurzprogramm.
Eine zu lange Knetzeit bei Roggen
Roggenteig profitiert nicht von einer langen Knetphase wie ein Weizenteig. Er bildet kein stabiles Klebergerüst. Langes Kneten verbessert die Struktur daher nicht und kann den Teig zusätzlich erwärmen. Nutze eine kurze Mischphase oder ein Programm, das für Roggen vorgesehen ist. Bei einer eigenen Programmierung sollte die Knetzeit möglichst kurz ausfallen.
Vollkornteig ohne Quellzeit backen
Die Schalenbestandteile im Vollkornmehl brauchen Zeit, um Wasser aufzunehmen. Fehlt diese Ruhezeit, wirkt der Teig zunächst zu fest oder das Brot später trocken. Vermische Mehl und Flüssigkeit vorab und lasse die Mischung etwa 20 bis 30 Minuten stehen, falls dein Automat keine Quellphase bietet. Danach kommen Hefe, Salz und die übrigen Zutaten hinzu.
Das Brot zu früh anschneiden
Auch ein korrekt gebackenes Vollkorn- oder Roggenbrot kann direkt nach dem Programmende klebrig wirken. Die Krume stabilisiert sich beim Abkühlen weiter. Nimm das Brot aus der Form und lasse es auf einem Gitter vollständig auskühlen. Erst danach solltest du es anschneiden. So erkennst du besser, ob die Backzeit und die Flüssigkeitsmenge wirklich gepasst haben.
Die maximale Teigmenge überschreiten
Schwere Teige gehen langsamer auf und belasten die Backform stärker. Füllst du den Automaten bis zur maximalen Markierung, kann das Brot innen feucht bleiben oder beim Aufgehen über die Form quellen. Beachte deshalb die Angaben des Herstellers zur Mehl- und Teigmenge. Bei einem hohen Vollkorn- oder Roggenanteil ist eine kleinere Rezeptmenge oft die sicherere Wahl.


